Diabetes Typ 1

Bei Diabetes Typ 1 liegt ein Mangel des Hormons Insulin vor. Diese Erkrankung beginnt in der Regel schon im Kindesalter und muss lebenslang behandelt werden.

Ursachen

In der Bauchspeicheldrüse befinden sich Zellen, die Insulin produzieren. Bei Diabetes Typ 1 herrscht ein Insulinmangel vor, da diese Zellen von den körpereigenen Abwehrstoffen (Antikörper) zerstört werden. Warum die Antikörper die insulinproduzierenden Zellen zerstören, konnte bis heute noch nicht genau herausgefunden werden. Einigen Virenarten wird nachgesagt, dass sie für die Entstehung dieses Diabetes Typs mitverantwortlich sind (Herpesviren, Echoviren, Cytomegalie-Virus, Rubeolaviren und Coxsackie-Virus). Dabei wird davon ausgegangen, dass einige Viren (oder Bakterien) den Bauchspeicheldrüsenzellen ähneln, sodass die Antikörper nicht nur diese Eindringlinge, sondern ebenfalls die Zellen angreifen. Dies konnte jedoch bisher noch nicht deutlich nachgewiesen werden.

Diese Form von Diabetes ist eher selten und tritt in erster Linie bei Menschen unter vierzig Jahren auf.

Symptome

Die Symptome bei Diabetes Typ 1 entwickeln sich innerhalb kurzer Zeit (einige Tage bis wenige Wochen) und können schnell lebensbedrohlich werden:

  • Starkes Durstgefühl
  • Appetitverlust
  • Gewichtsverlust
  • Häufiges Urinieren
  • Müdigkeit
  • Kraftlosigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Trockener Mund
  • In der Nacht Wadenkrämpfe
  • Sehstörungen

Behandlung

Diabetes Typ 1 kann ausschließlich mit der Gabe von Insulin therapiert werden. Dabei muss der Betroffene ein Leben lang mit Insulin behandelt werden, damit sich die Blutzuckerwerte normalisieren. Es gibt drei unterschiedliche Insulintherapien:

  • Konventionelle Insulinbehandlung
    Die Nahrungsmenge und die Essenszeiten werden der zu spritzenden Insulindosis angepasst. Die Therapieform wird am Anfang der Krankheit angewendet. Im Laufe einiger Monate wird in der Regel eine andere Insulintherapie eingesetzt.
  • Intensivierte (funktionelle) Insulinbehandlung
    Es wird sowohl kurz wirkendes als auch lang wirkendes Insulin gespritzt. Dadurch wird die normale Insulinausschüttung nachgeahmt.
  • Insulinpumpentherapie
    Bei dieser Therapieform wird die Dosis des Insulins an die körperliche Aktivität und der Essensmenge angepasst – also genau umgekehrt wie bei der konventionellen Therapieart. Dadurch sind die Betroffenen in der Gestaltung ihres Tagesablaufs wesentlich flexibler.

Betroffene von Diabetes Typ 1 müssen mehrmals täglich ihre Blutzuckerwerte messen. Schulungen sorgen dafür, dass sich der Diabetiker selbst zu behandeln lernt und den Blutzuckerwert selbstständig messen und analysieren kann.

Regelmäßige Kontrollen weisen auf den Erfolg der Therapie hin. So sollen vom Arzt monatlich Blutdruck und Körpergewicht kontrolliert und eine Hypoglykämie-Anamnese durchgeführt werden. Jedes viertel Jahr soll der HbA1c-Wert gemessen werden und jedes halbe Jahr eine Fußinspektion erfolgen.  Zu den jährlichen Kontrollen gehören die Augenuntersuchung, das EKG, die Messung der Blutfette und des Mikroalbumins sowie die Untersuchung der Durchblutung der Füße.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen verringern oder verhindern das Risiko für Spät- oder Folgeschäden durch Diabetes.

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